Sieben Jahre, das ist ein guter Moment um einen Wein zu probieren, der 10 bis 15 Jahre lagern kann. Halbzeit. Die erste Hälfte des Spiels ist um, Zeit eine Bilanz zu ziehen, und eine Strategie für die kommenden Jahre zu entwickeln: Bald trinken oder noch liegen lassen?
Chateau du Cèdre 2009 Vin Cahors
2009 gilt als sonniger Jahrgang, der sich im Bouqet dieser Assemblage aus 90% Malbec und jeweils 5% Merlot und Tannat perfekt widerspiegelt. Kräftig und überschwänglich springt einem der Duft aus Schwarzkirschen, Minze und Lorbeer gerade zu entgegen... Ich würde das Ensemble als „Winterduft“ charakterisieren, der sich mit der Zeit um eingekochte Himbeeren und den Geruch von frischem Gebäck bereichert.
Im Mund stellen sich wiederum süße Gewürze in den Vordergrund und unterstreichen den zuvorkommenden Charakter des Weines: Rund, frisch und weich. Die Tannine scheinen von der Zeit gezähmt worden zu sein und kitzeln freundlich am Gaumen. Sie begleiten den Wein bis zum Abgang und gewinnen dabei an Kraft und Bedeutung. Minzaromen hinterlassen einen frischen Nachgeschmack. Geniessen Sie ihn zwischen 2016 und 2021.
PFLANZLICHE BEILAGE: Versuchen Sie es mit einem Gratin aus Wurzelgemüse (Karotten, Kartoffeln, Pastinake) oder zum Aperitif mit lauwarmen Gemüse-Chips (Pastinake, Karotte und Rote Beete!).
FLEISCHLICHE BEILAGE: Einfache und schmackhafte Gerichte, wie zum Beispiel ein Kalbs-Kottelet mit Rotweinsauce oder ein Steak mit Wacholderbutter. Dazu Bratkartoffeln!
Niemand kennt wirklich das Geheimnis alter Reben, aber Legenden (manchmal urban) gibt es viele. Es heißt zum Beispiel sie machen bessere Weine als die jungen, obwohl niemand das wirklich beweisen kann. Es ist wie immer: Weinherstellung ist ein komplexer Prozess, und das alleinige Alter der Rebstöcke reicht nicht aus um „Gutes zu tun.“
In diesem Fall hat Bacchus einen glücklichen Treffer gemacht, denn mehrere Schlüsselfaktoren kommen in diesem Wein zusammen: sehr alte Reben (HUNDERTJÄHRIG), eine große Rebsorte (CARIGNAN), ein mediterraner Jahrgang (2009), ein leidenschaftlicher und erfahrener Winzer (PIERRE).
Granatrot mit viel Licht und Feuer, eine intensive Nase aus Lebkuchen, Feigen und Pflaumen mit einem Hauch von Kirsch-Weinbrand. Ja, ich habe gewagt, das Wort „Weinbrand“ zu benutzen, und ich weiß, was Sie jetzt denken: Donnerwetter, da ist Alkohol drin... Und ja, es handelt sich um einen warmen und großzügigen Wein, einen mediterranen Wein aus einem mediterranen Jahrgang, trotzdem passt alles perfekt zusammen! Weich am Gaumen, sogar samtig, seidige Tannine und das Ganze von einer angenehmen Frische getragen. Er ist lang im Abgang, sehr lang, großzügig und würzig. Obwohl bereits 5 Jahre alt, kann er immer noch im Keller aufbewahrt werden, denn die Tannine und das Bouquet versprechen ein großes Reifepotenzial.
PFLANZLICHE BEILAGE: Eine KÜRBIS-QUICHE mit Sesam und süßen, gelben Zwiebeln passt gut zu diesem Wein. Sie können auch KURKUMA, KORIANDER UND KÜMMEL hinzufügen, um der Würze des Weines entgegen zu kommen. Ich schlage vor, die Quiche mit Raklette-Käse zu überbacken, denn sein Geschmack ist ausgeprägter und kräftiger als herkömmlicher, geriebener Käse aus dem Kühlregal
FLEISCHLICHE BEILAGE: Ein T-BONE STEAK, ein GRILL, etwas Salz und Pfeffer ... et voila! Ich unterstütze auch die Wahl einer AUBERGINEN-LASAGNE mit LAMMFLEISCH oder scharf und würzig gebratene TINTENFISCHE.
Und wenn ich nun gerne #Cabernet trinke? Die Cabarets der Domaine de l’Arjolle aus dem Jahrgang 2009
Eine dunkle, fast undurchsichtige Farbe. Intensive und eher reichhaltige Nase mit Aromen von reifen Früchten, Schokolade, Gewürzen, Eichenholz und Gebäck.
Die Komplexität seiner Aromatik steigert und ändert sich leicht im Mund, mit Eindrücken von Honigkuchen und etwas Rauch, sowie mit frischeren, säurebetonten und eher roten Früchten. Überraschender Geschmack von Kirschkuchen. Saftig und weich im Mund, mit nur leichter aber angenehm feiner Taninstruktur. Recht lang und kräftig im Abgang, mit eher „maskulinen“ Aromen von Leder und Mokka. Genießen Sie diesen Wein schon jetzt oder über die nächsten 5 bis 6 Jahre, warum nicht zu Kalbskoteletts mit Madeira-Soße oder Lammnieren mit grüner Pfeffer-Soße?
Verkostung der Cuvée Equinoxe 2009 der Domaine de l’Arjolle
Ein Weißwein mit warmer, goldener, glänzender Farbe. Eine reichhaltig duftende Nase, voller Quitten, weißer Blüten und Gewürzen. Aber die wahre Aromatik entfaltet sich erst im Mund: Apfel und gebackene Birnen, angenehm duftendes Barrique und etwas Rauch. Kräftig, frisch und voll im Geschmack, mit einer cremigen Struktur, die an eine leichte, mit Zimt und Vanille gewürzte Sabayone denken lässt.
Dieser Wein macht Lust auf gutes Essen! Aber er macht auch Lust auf far niente, einfach in einem bequemen Sessel lungern, genüsslich Wein schlürfen, aus dem Fenster schauen und ein wenig Zeit vergehen lassen.
Also wird improvisiert, mit einem recht trockenen Ziegenkäse aus den Cevennen, parfümiertes Olivenöl aus Spanien und frisches Sesam-Brot. Als alles vorbereitet auf einem dicken Holzbrett liegt, setze ich mich daneben in einen Sessel. Der Abend kann beginnen...
Aus der TrinkBar - Château du Cèdre 2009 – November 2012
Wie gehabt, präsentiert sich der Wein in einem dunklen, purpurnen, fast schwarzen Gewand.
Verhalten, aber äußerst facettenreich in der Nase: Räucher-Aromen, schwarze und getrocknete Früchte, eine leichte Menthol-Frische, ein wenig Eichenholz, Zimt, sowie der verführerische Duft frischer Backwaren. Dieser Wein braucht etwas Zeit, um sich zu öffnen, benutzen Sie eine Karaffe, wenn Sie ungeduldig sind.
Geradlinig im Mund, lebendige Säure, voller Körper und straffes, noch junges Tannin begleitet Sie bis zum Abgang. Übrigens ein recht langer Abgang, in dem Frische, feine Gerbsäure und rote Früchte (Sauerkirsche) vorherrschen.
Schon jetzt geniessen, zum Beispiel zu einem saftigen Schweinebraten, oder mehrere Jahre lagern.
Jedes Jahr, wenn die erste Kältewelle auch Frankreich erreicht hat, tauche ich in meine Kartons herab und suche nach vollen Flaschen aus Rasteau. Den von Yves Gras, denn den liebe ich, aber es gibt selbstverständlich noch andere. Aber Achtung, ich habe nicht gesagt, dass man Rasteau nur trinken kann, wenn’s draußen kalt ist. Bei Kälte erinnere ich mich an diesen Wein. Das ist alles.
Rasteau Domaine Santa Duc
Nach dem Öffnen der Flasche rieche ich als erstes Pflaumen, frische Erde und etwas leicht Animalisches. Im Mund überrascht mich die Frische, die Tannine sind noch jung (es ist ein 2009er), und der Abgang ist sehr lang. Der Wein ist sehr kalt, also schenke ich ihn in ein großes Glas und lasse ihn eine halbe Stunde ruhen. Es tut ihm gut, sich etwas aufzuwärmen und zu atmen. Die Frucht ist intensiver geworden, und die Tannine verschmelzen in einer leichten Süße. Die Frische bleibt von Anfang bis Ende, zusammen mit einer leichten Note weißen Pfeffers.
Jetzt ist’s Zeit zu essen. Der Wein ist hungrig. Ich lege einen ganzen Lachs in den Ofen, mariniert mit einer Tapenade aus schwarzen Oliven, ebenso grob zerteiltem Hokaido-Kürbis mit Majoran, Koriander, Knoblauch und getrocknete Tomaten... Köstlich!
Später am Abend hat der Wein an Kraft und Fülle gewonnen, vor allem im Abgang. Das gefällt mir, denn das ist einer der Gründe, weshalb ich gerne Rasteau trinke. Er riecht nach Sonne, schwarzen Oliven, Rosmarin und sogar ein wenig Zitronenschale.
Sommerwärme im Glas, mitten im Winter.
Siebter « Coup de Cœur » im Guide Hachette für die große Cuvée des Weingutes Pierre Cros
Siebter « Coup de Cœur » für die große Cuvée des Weingutes. Als wahrhafte „Leitfigur“ des Minervois gehört Pierre Cros zu den großen Winzer-Künstlern, die in ihren Reben den Graal entdeckt haben und ihr Lebenswerk mit uns teilen, indem sie unsere Tafeln mit göttlichem Gebräu beehren.
Pierre Cros Les Aspres - VinParleur
Dieser 2009 liefert Aromen außergewöhnlicher Intensität: Schwarze Johannisbeere, Brombeere, Vanille, Pfeffer und Zimt. Sanft, vollmundig, sogar sinnlich am Gaumen, bringt dieser Wein als Apotheose einen schier endlosen Abgang.
Eher jung oder lieber alt – die Kunst einen Wein aus Cahors zu verkosten
Mancher fragt sich zuweilen, zu welchem Zeitpunkt man unsere Weine am besten trinkt. Ausgestattet mit einem hohen Alterungspotential, verweilen sie oft lange Jahre im Keller, vor allem aus Furcht, man öffne sie zu früh. Nach einer kürzlich durchgeführten Weinprobe unserer jüngsten, schon abgefüllten Jahrgänge möchten wir Ihnen hier gerne unseren eigenen Gesichtspunkt präsentieren.
Seit vielen Jahren schon arbeiten wir darauf hin, unsere Weine auch in ihrer Jugend zugänglich zu machen. Wichtige Faktoren sind dabei vor allem eine naturnahe Arbeit im Weinberg, eine optimale Reife der Trauben, sanfte Extraktion im Keller und Geduld beim Ausbau der Weine. Selbstverständlich schmecken die Weine in ihrer Jugend anders, als nach 2 oder 10 Jahren Flaschenreifung, aber die Intensität des Genusses junger oder gereifter Weine wird schlussendlich von Ihrem eigenen Gaumen und Vorlieben bestimmt.
Doch beginnen wir zu Anfang mit unserer Cuvée Héritage 2010. Wir empfehlen diesen Wein, der sich gerne bescheiden und alltäglich zeigt, über die nächsten fünf Jahre zu trinken. Fein und durchaus mit Charakter, gehört er zu den Weinen, die man ohne Zögern öffnet, wenn uns die Lust auf ein gutes Glas Rotwein packt: Gegrilltes, Pizza, Coq au Vin, unter der Woche oder am Wochenende mit Familie oder Freunden... Ein äußerst geselliger Wein.
Beim Château du Cèdre 2009 gewinnt die Nase an Komplexität, im Mund spürt man wohlschmeckende Tannine, und der Ton wird im allgemeinen etwas ernsthafter. Erstrecht, wenn man bedenkt, dass diese aus Tannat, Merlot und einem Grossteil Malbec gekelterte Cuvée sich ohne weiteres 10 Jahre im Keller hält. Das soll aber nicht die Freude mindern, ihn schon vorher zu trinken. In der Jugend schätzt man seine kräftigen Aromen, voller Frucht und Frische, im Alter belohnt er unsere Geduld mit Gewürzen, Unterholz und weichem Tannin. Jung und leicht gekühlt, passt er meisterhaft zum ersten gegrillten Frühlings-Steak, nach einigen Jahren des Alterns riecht sein Atem nach frischer Herbstluft, Laub und schmackhaften Pilzen.
Die Cuvée Le Cèdre des gleichen Jahrgangs ist wahrscheinlich der mondänste unserer Weine. Purer Malbec, lange im Holz gereift, präsentiert er sich mit großer Eleganz auf allen Ebenen und liebt besondere Anlässe: Einen Geburtstag oder die Festtage am Jahresende, aber auch ein besonders gepflegtes Essen im Kreise der Familie und lang gehegter Freundschaften. Jeder von uns hat seine persönlichen Gründe, eine besondere Flasche Wein zu öffnen und zu genießen.
Der GC liebt die Langsamkeit. Er ist ein Abbild seines Terroirs und zeigt voll und ganz besondere aromatische und geschmackliche Kraft der Malbec-Traube. Er öffnet sich nach drei bis vier Jahren Kellerruhe und offenbart die wahre Vielschichtigkeit seines Bouquets im Laufe der folgenden Jahren. Ein Wein den man verkostet, und dem man zuhören sollte, denn auch wenn wir wissen, dass er sich in den nächsten 15 bis 20 Jahren positiv entwickeln wird, so können wir dennoch nicht voraussagen, mit welchem Duft und welchem Geschmack er versuchen wird, sie zu betören.
Sie sehen, es gibt viele Gelegenheiten und Gründe eine Flasche Cahors zu öffnen. Also zögern Sie nicht, denn Sie werden sicher Ihre Freude daran haben.