Bei einem Besuch in Cahors, hatte ich das Privileg, den Weisswein von Château du Cèdre sozusagen in einer « Voraufführung » zu verkosten. Dieser in 500 Liter Fässern gärende und reifende reine Viognier, ruht seit nunmehr 9 Monate auf der Feinhefe. Abgefüllt wird er im nächsten Monat, verfügbar ist er im September.
Chateau du Cèdre Blanc
Die Nase, durch die Anwesenheit der Feinhefe zuerst relativ zurückhaltend, zeigt erstaunliche Aromen von Honig und Bienenwachs. Mit ein wenig Luft öffnet er sich im Glas und zeigt mehr und mehr Fruchtnoten von Aprikose und weißem Pfirsich, entwickelt vor allem aber einen intensiven Blütenduft von Flieder und Holunder.
Er ist weich und elegant am Gaumen, hat eine sehr schöne Frische und einen angenehm „salzigen“ Abgang.
PFLANZLICHE BEILAGE
Seine aromatische Vielfalt, sowie seine Rundungen und das salzige Finale machen diesen Wein zu einem hervorragenden Begleiter für verschiedene frische aber auch leicht gereifte Käse: Brillat Savarin-, Chaource, Rocamadour aus Frankreich… Junger Tilsiter aus Deutschland oder einen nur wenige Monate gereiften, noch relativ milden Cheddar. Nach ein paar Monaten in der Flasche versuchen Sie den Wein zu würzigeren Käsesorten.
FLEISCHLICHE BEILAGE
Süßwasserfische, Krebse, aber auch saftig gebratene Hühnerbrust an Zitronenbutter mit Zuckerschoten. Halten Sie es einfach mit rigoros schmackhaften Zutaten!
Zutaten
1 Hähnchen oder Poularde von 1,5 kg
4 grosse Knoblauchknollen
500 g Bio-Kartoffeln
500 g Bio-Tomaten
Salz, Pfeffer, Bouquet garni
6 Esslöffel Olivenöl
Frische Kräuter zum würzen und servieren
Poularde abspülen, abtrocknen, salzen und pfeffern, 4 Salbeiblätter und 5 Thymianzweige unter die Brusthaut schieben, restliche Kräuter in das Innere geben. Backofen auf 175 Grad vorheizen, Olivenöl erhitzen, Poularde anbraten, Knoblauchknollen auseinander brechen und die ungeschälten Zehen um die Poularde verteilen. Schmortopf schliessen und alles 1 1/2 Stunden auf der zweiten Einschubleiste garen.
Kartoffeln waschen, bürsten und in Salzwasser knapp garen. Tomaten waschen und vierteln. Beides beiseite stellen. Während der letzten 15 Minuten Garzeit den Deckel des Schmortopfes abnehmen und die Kartoffeln zugeben, nach 5 Minuten auch die Tomaten. Alles nochmals mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken.
Poularde mit Kartoffeln, Tomaten und den ganzen Knoblauchzehen servieren. Dazu isst man am besten geröstetes Brot, auf das man die weichgegarten Knoblauchzehen ausdrückt. Ich würde dazu einen wilden Rotwein aus dem Mittelmeerbereich servieren, dessen Würze und Geschmeidigkeit eine gute Antwort auf die Kräuter und die leichte Süsse des geschmorten Knoblauchs sind.
Dieser „vollständig von Hand“ hergestellte Wein existiert seit 14 Jahren. Die Weinberge, aus denen er hergestellt wird, bringen knappe 400 Jahre zusammen. Zu Beginn dieses Jahrtausends galt seine Zusammensetzung fast als Ketzerei, wie die (kurze) Geschichte seines Vorgängers zeigt: Ein AOC MINERVOIS aus dem Jahrgang 1999 hergestellt ausschliesslich aus PICPOUL NOIR. Der Verkauf dieses Produkts wurde offiziell verboten und zwar wegen der Rebsorte aus der er hergestellt wurde. Und das obwohl PICPOUL NOIR als offizielle Rebsorte im MINERVOIS und in einigen anderen prestigeträchtigen Appellationen, wie CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE zugelassen ist. Das Verbot entpuppte sich letzten Endes vielleicht aber sogar als Glücksfall, weil es PIERRE dazu anspornte in seiner Überzeugung noch einen Schritt weiter zu gehen und diesen vollständig aus (damals fast) verbotenen, unbeliebten und ungeliebten Rebsorten hergestellten Wein zu kreieren (PICPOUL NOIR, ARAMON, ALICANTE & CARIGNAN).
Heute sind einige dieser Rebsorten fast vollständig von der Landkarte verschwunden (nur CARIGNAN spielt noch einen bedeutende Rolle). Sie wurden teilweise durch andere Sorten ersetzt, sogenannte « Aufwertende Rebsorten". Aus heutiger Sicht scheint diese Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte zu einer Verringerung der Vielfalt in französischen Weinbergen geführt zu haben und in der Folge auch zu einem gewissen Verlust der Vielfalt im Weingeschmack. Nur 10 Rebsorten decken heute 70% der Rebflächen in Frankreich ab, während insgesamt nur rund 40 Sorten wirtschaftlich eine Rolle spielen. (Quelle)
Auf VINPARLEUR halten wir uns an eine sehr einfache Politik: Wir lieben alle Rebsorten, ohne Ausnahme! Und je mehr Rebsorten es gibt, desto besser finden wir das! Um diejenigen, die immer noch im Zweifel sind, zu überzeugen, lesen Sie hier unsere Eindrücke von PIERRE CROS cuvée LES MAL AIMÉS (die Ungeliebten) aus dem Jahrgang 2012:
Klare Granatfarbe mit leichter Trübung aufgrund der Abfüllung ohne Filtration. Dieser Vin de France (vormals Vin de Table) besticht durch sein intensives und abwechslungsreiches Bouquet aus roten und schwarzen Früchten, vor allem durch den üppigen fruchtig-pflanzlichen Charakter von schwarzen Johannisbeeren und einer Handvoll schwarzer Oliven. Der vor zwei Jahren abgefüllte Wein öffnet sich innerhalb weniger Minuten im Glas und bereichert sein Bouquet um einige angenehme Aromen von Gebäck und ein wenig Kakao. Im Mund ist er eher leicht und sanft mit wunderbar erfrischender Säure. Wenig taninreich, jedoch mit schöner seidiger Struktur und leichtem Biss, der Länge und Charakter gibt. Jetzt trinken oder im Keller für weitere 2-3 Jahre reifen lassen.
PFLANZLICHE BEILAGE Auberginen Lasagne, ohne zu zögern!
FLEISCHLICHE BEILAGE Sie haben die Qual der Wahl: Gegrillte Lammkoteletts, Blutwurst, Schweinerostbraten, Rohschinken, Wildschweinpastete, Coq au Vin ...
Picpoul noir Pierre Cros
PS: ZAHLEN FÜR NEUGIERIGE: ARAMON: 150 230 Hektar Rebfläche im Jahr 1958 - 9084 Hektar im Jahr 2004. CARIGNAN: Er bedeckte 43% der Weinberge des Languedoc-Roussillon im Jahr 1979, gegenüber 13,5% im Jahr 2010. PICPOUL NOIR: 1990 schätzte man den Restbestand noch auf einige 200 Hektar.
Fügt man zu den vorher genannten Rebsorten die Zahlen von CINSAULT NOIR, TERRET und GRENACHE BLANC, ALICANTE BOUCHET und MACABEU hinzu, so addiert sich für diese traditionellen mediterranen Rebsorten ein Rückgang von rund 260000 Hektar zwischen 1979 und 2010 ... (Quelle)
Aus der Trinkbar - « Les Fournas » Sablet blanc 2012 von Domaine Santa Duc
Das ruhige Dörfchen von Sablet liegt nördlich der Dentelles de Montmirail, genau zwischen Gigondas und Séguret. Auf den rund 340 Hektar Rebfläche wachsen überwiegend rote Rebsorten. Weißer Sablet ist damit eher eine Seltenheit, ein kostbarer Wein...
Diese « Assemblage » aus Viognier, Bourboulenc, Grenache, Clairette und Roussanne kommt mit einer schönen funkelnden goldenen Farbe daher, die bereits Ihren Augen Durst macht! Mit einer Schale frischer Aprikosen und einem riesigen Strauß weißer Blumen setzt das Bouquet die begonnene Arbeit der Verführung fort. Obwohl rund im Mund, sogar cremig, zeigt der Wein keinerlei Mangel an Leichtigkeit und seine Frische wird von einigen zarten Grapefruit- und Zitronen-Aromen noch hervorgehoben. Dieser Wein ist der perfekte Begleiter für eine sommerliche Mahlzeit auf der Terrasse, für einen Aperitif am Pool oder für stillen abendlichen Genuss in der Nähe des Mittelmeeres.
PFLANZLICHE BEILAGE: Geniessen Sie ihn zu einem schönen grünen Salat mit getrockneten Tomaten, Ziegenkäse, gegrillten Paprikastreifen und Pinienkernen, oder versuchen Sie ihn zu einem cremigen Humus oder einem Gemüsecurry mit Limetten.
FLEISCHLICHE BEILAGE: Ausgezeichnet zu einem Grapefruit-Avocado-Salat mit Chili-Garnelen, zu einem gegrillten Hähnchen mit Gewürzen oder einer gebackenen Dorade.
Aus der Trinkbar - Santa Duc Gigondas „Aux Lieux-Dits“ 2012
„Fruchtig oder würzig, voller Saft oder mit einer kräftigen Tanninstruktur, jeder Rebgarten hat uns charaktervolle Trauben gegeben, die gesamte Ernte verspricht ein schönes Potential für das Erstellen unserer Cuvées und das Reifen der Weine in unseren Kellern.“
Das schrieb Yves Gras im November 2012 nach der Ernte. Heute haben die Weine ihre Reifezeit in seinem Keller abgeschlossen, und der gesamte Ausdruck der Trauben, des Terroirs und des Jahrgangs befindet sich nunmehr gut verkorkt in Flaschen. Wir haben für Sie probiert...
Gigondas „Aux Lieux-dits
Ein stark fruchtiger Ausdruck roter Johannisbeeren und Cassis, um dezente Aromen von Lorbeer und Rosmarin bereichert. Lebhafte Säure, geradlinig und mit filigraner, schmackhafter Tanninstruktur. Ein langer, mineralischer Abgang, leicht salzig.
PFLANZLICHE BEILAGE : Probieren Sie gebratene Kürbisscheiben mit Kümmel und Chilli (nicht zu scharf) zu diesem Wein. Er mag ebenfalls verschiedene Hartkäse-Sorten...
FLEISCHLICHE BEILAGE : Geben Sie ihm Lammfleisch zu essen !
Aus der TrinkBar ... die Cuvée Prestige von Paul Lebrun
Ah, « bubbles »! Das tut gut! Aber natürlich hat dieser Wein noch viel mehr zu bieten. Eleganz in erster Linie: Birnen in Sirup, Vanillecreme mit Haselnüssen, Trockenblumen und frische Blüten. Ein sehr feines Bouquet, von Zeit und Reife geprägt. Eine wahrhaftige Dame!
Angenehme, fein sprudelnde Bläschen am Gaumen, vollmundig mit kräftigem Körper und von überraschend spritziger Säure geprägt. Das ist typisch für Chardonnay. Oder genauer gesagt, typisch für Chardonnay aus Cramant, denn Reben, aus denen dieser Wein gekeltert wird wachsen auf den weißen Kreideböden der Côte de Blancs.
Für Nathalie Vignier sind Weine aus Cramant immer von starker Mineralität und Spannung am Gaumen geprägt. "Reiner Champagner aus Cramant erfordert Geduld. Er muss geschliffen werden, er muss reifen. »
Nach teilweiser Gärung und Lagerung in Eichenfässern, gefolgt von vier Jahren Flaschenreifung auf der Feinhefe in den kühlen Kellern des Weingutes, hat der Wein nun seine volle Reife erreicht. Sofortiger Genuss garantiert!
PFLANZLICHE BEILAGE: Gebratene, frische Steinpilze auf einem Pastinakenpüree mit Garam Masala, oder ein gutes Stück Brie de Meaux auf Feigenbrot. TIERISCHE BEILAGE: Barschfilet mit Zimt, Sauerkraut mit Fisch und „Beurre blanc“, Geflügel mit Vanille-Sahne Sauce...
Aus der TrinkBar ... Santa Duc Les Quatre Terres Côtes du #Rhône
Nicht weniger als vier Terroirs (Rasteau, Vacqueyras, Roaix und Séguret), sechs Rebsorten (Grenache, Syrah, Mourvèdre, Carignan, Cinsault und Clairette), und mehrere Personen (einschließlich Yves und Robin) haben zur Herstellung dieses schönen, roten Côtes du Rhône 2012 beigetragen.
Und was für ein Rot! Rubin, glänzend und tief ... eine wahres Schmuckstück im Glas. Er empfängt mich freundlich mit einem großzügigen Bouquet aus frischen, roten und schwarzen Früchten, prall gefüllt mit Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren. Schwarzer Pfeffer, Lorbeer und Rosmarin fügen angenehme Frische und jede Menge Natur hinzu. Vollmundig, mäßig tanninhaltig, angenehm frisch, geradlinig und präzise... Man kann sagen, was man will, es handelt sich um einen richtigen "First Class Côtes du Rhône“!
Sie werden glücklich sein, diesen Wein in Ihrem Keller zu haben, weil er allen Gelegenheiten, die eine sehr gute Flasche Rotwein erfordert Genüge tut. Aber Vorsicht, wenn es sich herumspricht, könnte die Anzahl der Freunde, die Ihnen einen spontanen Besuch abstatten dramatisch ansteigen...
FLEISCHLICHE BEILAGE: Mediterrane Küche in allen Varianten. Schwein, Rind, Lamm oder Ente, gepfeffert und gesalzen, mit gegrilltem Gemüse und Olivenöl. PFLANZLICHE BEILAGE: Immer noch mediterrane Küche in allen Varianten, ohne Schwein, Rind, Lamm oder Ente ... Einfach viel gegrilltes Gemüse in Olivenöl, dazu Reis oder geröstetes Knoblauchbrot.
Eine leicht trübe, helle granatrote Farbe mit bräunlichem Farbton am Glasrand... Er sieht aus wie eine kostbare, in einem Antiquitätengeschäft gefundene Rarität. Die Nase ist intensiv und frisch, zeigt zunächst Aromen von Kirsche, Pflaume und Himbeere und entwickelt sich zu Duftnoten von Marzipan, getrockneten Blüten und Unterholz weiter. Dazu noch einige Pilze, etwas Pfeffer und der vanille-ähnliche Duft alter Bücher. Ich weiß, das ist eine Menge. Aber es ist ein beeindruckender Wein.
Am Gaumen: Weich und dank schöner, seidiger Tannine, gut strukturiert. Frisch und geradlinig, sinnlich und vollmundig, wieder mit Kirschen, Gewürzen und Schokolade.
Ein Wein, der dazu einlädt es sich an einem regnerischen Abend in einem Clubsessel bequem zu machen und sich in die Abenteuer von SHERLOCK HOLMES zu vertiefen...