Während einer Weinprobe lasse ich mich nicht oft von der Farbe des Weines ablenken. Aber bei diesem fast schwarzen Touriga nacional aus dem Minervois muss ich eine Ausnahme machen. Am Rand zeigt der Wein einen tiefen Purpur-Schimmer, der sich ans Glas heftet, wie dickflüssige Tinte. Ehrlich gesagt überrascht mich die Zurückhaltung der von schwarzen Früchten, Tinte und Teer, sowie frischem Farn geprägten Nase nach dieser visuellen Einführung. Nach und nach öffnet sich der Wein und zeigt beeindruckende aromatische Kraft. Die schwarzen Früchte teilen sich zu Cassis und Brombeeren, der Teer wird zu Rauch, und süße Gewürze steigen aus dem Glas herauf: Vanille, Zimt, Milchschokolade.
Frisch und fließend im Mund, mit leichter Taninstruktur und vielleicht etwas Bitterkeit im Abgang, die man der Jugend des Weines zuschreiben kann. Schmackhaft und verlockend, großartig zu einem Stück jungen Cantal Käse.
Später am Abend wage ich mich zusammen mit dem Wein an eine mit Chili und anderen exotischen Gewürzen versetzten Schokolade. Das Ergebnis ist erstaunlich. Die Schokolade nimmt dem Wein einen Teil seiner Süße (ohne ihn jedoch hart zu machen) und lässt seine Aromen fast aus dem Glas springen, und vor allem die vegetalischen Farn-Aromen bekommen Unterstützung in Form von Lorbeer und Rosmarin.
„Schwarzer Wein“ und Tajine - eine echte Winterkombination
Lesley Chesterman probierte 19 (!) verschiede Malbec-Weine zu ihrem saftig-würzigen nordafrikanischen Lieblingsgericht: Tajine.
„[...] Und dann kam Château du Cèdre 2008 aus Cahors dran, seit langem einer meiner Favoriten, da er alles was er begleitet so einen raffinierten Geschmack verleiht. So sehr ich auch die anderen (Weine) gemocht habe, dieser Wein hob das Tajine auf ein anderes Niveau. Mit jedem Schluck erinnerte ich mich, was ich an diesem Wein so liebe: Seine tintenschwarze Farbe, die Aromen von Brombeeren, Gewürzen und Rausch. Ich genoss seine samtweiche Textur im Mund, ebenso wie den Nachklang aus Vanille und Zimt. Es schien, als ob der Cèdre für dieses Gericht gemacht war.“
Verkostung Gigondas Prestige des Hautes Garrigues 2010 der Domaine Santa Duc
Sechs Monate nach dem Abfüllen möchten wir auf unseren Prestige des Hautes Garrigues und auf den Ausnahmejahrgang 2010 zurückkommen.
Die Nase ist zunächst zurückhaltend, öffnet sich bald und gewinnt rasch an Intensität und Komplexität. Viel Frucht und wilde Kräuter – Kirsche, Sauerkirsche, Blaubeeren und Walderdbeeren, Lorbeer und Rosmarin – zeugen von Jugend des Weines, ebenso wie Kakao, blonder Tabak und Zimt auf die Eichentanks verweisen, in denen der Wein über 18 Monate gereift ist. Im Mund herrschen Frische und Mineralität über Vollmundigkeit und Kraft, wodurch ein eleganter und femininer Wein entsteht, dessen Taninstruktur man allerdings nicht unterschätzen sollte. Pfeffer vermischt sich mit den Früchten, Rauch mit wilden Kräutern, getrocknete Feigen und konfierte Zitronen geben dem Wein Finesse, aromatischen Tiefgang und ein lang anhaltendes Finale.
Wir empfehlen diesen Wein leicht gekühlt und karaffiert schon in diesem Winter zu verkosten, oder ihn zu lagern und seine geschmackliche Entwicklung über viele Jahre zu genießen.
Robert Parker beschreibt diesen Wein als sensationell! „Die dunkle, purpurne Farbe wird von herrlichen Aromen von Crème de Cassis, Kirsche, Brombeeren und einer Fülle von gerösteten Kräutern, Fleisch und Lakritz begleitet. Der Wein hat eine sagenhafte Intensität, eine multidimensionale Vollmundigkeit und einen ungeheuer langen Abgang von über 40 Sekunden. Diese „Schönheit“ sollte sich über die nächsten zwei Jahrzehnte gut trinken.“
Siebter « Coup de Cœur » im Guide Hachette für die große Cuvée des Weingutes Pierre Cros
Siebter « Coup de Cœur » für die große Cuvée des Weingutes. Als wahrhafte „Leitfigur“ des Minervois gehört Pierre Cros zu den großen Winzer-Künstlern, die in ihren Reben den Graal entdeckt haben und ihr Lebenswerk mit uns teilen, indem sie unsere Tafeln mit göttlichem Gebräu beehren.
Pierre Cros Les Aspres - VinParleur
Dieser 2009 liefert Aromen außergewöhnlicher Intensität: Schwarze Johannisbeere, Brombeere, Vanille, Pfeffer und Zimt. Sanft, vollmundig, sogar sinnlich am Gaumen, bringt dieser Wein als Apotheose einen schier endlosen Abgang.
Eher jung oder lieber alt – die Kunst einen Wein aus Cahors zu verkosten
Mancher fragt sich zuweilen, zu welchem Zeitpunkt man unsere Weine am besten trinkt. Ausgestattet mit einem hohen Alterungspotential, verweilen sie oft lange Jahre im Keller, vor allem aus Furcht, man öffne sie zu früh. Nach einer kürzlich durchgeführten Weinprobe unserer jüngsten, schon abgefüllten Jahrgänge möchten wir Ihnen hier gerne unseren eigenen Gesichtspunkt präsentieren.
Seit vielen Jahren schon arbeiten wir darauf hin, unsere Weine auch in ihrer Jugend zugänglich zu machen. Wichtige Faktoren sind dabei vor allem eine naturnahe Arbeit im Weinberg, eine optimale Reife der Trauben, sanfte Extraktion im Keller und Geduld beim Ausbau der Weine. Selbstverständlich schmecken die Weine in ihrer Jugend anders, als nach 2 oder 10 Jahren Flaschenreifung, aber die Intensität des Genusses junger oder gereifter Weine wird schlussendlich von Ihrem eigenen Gaumen und Vorlieben bestimmt.
Doch beginnen wir zu Anfang mit unserer Cuvée Héritage 2010. Wir empfehlen diesen Wein, der sich gerne bescheiden und alltäglich zeigt, über die nächsten fünf Jahre zu trinken. Fein und durchaus mit Charakter, gehört er zu den Weinen, die man ohne Zögern öffnet, wenn uns die Lust auf ein gutes Glas Rotwein packt: Gegrilltes, Pizza, Coq au Vin, unter der Woche oder am Wochenende mit Familie oder Freunden... Ein äußerst geselliger Wein.
Beim Château du Cèdre 2009 gewinnt die Nase an Komplexität, im Mund spürt man wohlschmeckende Tannine, und der Ton wird im allgemeinen etwas ernsthafter. Erstrecht, wenn man bedenkt, dass diese aus Tannat, Merlot und einem Grossteil Malbec gekelterte Cuvée sich ohne weiteres 10 Jahre im Keller hält. Das soll aber nicht die Freude mindern, ihn schon vorher zu trinken. In der Jugend schätzt man seine kräftigen Aromen, voller Frucht und Frische, im Alter belohnt er unsere Geduld mit Gewürzen, Unterholz und weichem Tannin. Jung und leicht gekühlt, passt er meisterhaft zum ersten gegrillten Frühlings-Steak, nach einigen Jahren des Alterns riecht sein Atem nach frischer Herbstluft, Laub und schmackhaften Pilzen.
Die Cuvée Le Cèdre des gleichen Jahrgangs ist wahrscheinlich der mondänste unserer Weine. Purer Malbec, lange im Holz gereift, präsentiert er sich mit großer Eleganz auf allen Ebenen und liebt besondere Anlässe: Einen Geburtstag oder die Festtage am Jahresende, aber auch ein besonders gepflegtes Essen im Kreise der Familie und lang gehegter Freundschaften. Jeder von uns hat seine persönlichen Gründe, eine besondere Flasche Wein zu öffnen und zu genießen.
Der GC liebt die Langsamkeit. Er ist ein Abbild seines Terroirs und zeigt voll und ganz besondere aromatische und geschmackliche Kraft der Malbec-Traube. Er öffnet sich nach drei bis vier Jahren Kellerruhe und offenbart die wahre Vielschichtigkeit seines Bouquets im Laufe der folgenden Jahren. Ein Wein den man verkostet, und dem man zuhören sollte, denn auch wenn wir wissen, dass er sich in den nächsten 15 bis 20 Jahren positiv entwickeln wird, so können wir dennoch nicht voraussagen, mit welchem Duft und welchem Geschmack er versuchen wird, sie zu betören.
Sie sehen, es gibt viele Gelegenheiten und Gründe eine Flasche Cahors zu öffnen. Also zögern Sie nicht, denn Sie werden sicher Ihre Freude daran haben.
Habemus Papam auf der Domaine Santa Duc in Gigondas
Habemus Papam – wir haben einen Papst – das können wir jetzt einige Tage nach dem Abfüllen unseres ersten Jahrgangs aus Châteauneuf-du-Pape auf der Domaine Santa Duc auch sagen.
Habemus Papam Santa Duc - VinParleur
Wir haben den etwa 40 Jahre alten Weinberg auf den sandigen Böden im Nord-Osten der Appellation im Jahre 2009 erworben und seine Trauben 2010, ein großer Jahrgang im Rhône-Tal, zum ersten Mal geerntet. Die Trauben wurden mit natürlichen Hefen und einem Teil der Stiele vergoren, um sich schließlich über ein Jahr in den Eichentanks unseres Weingutes auszuruhen und zu harmonisieren.
Auf dem Etikett finden Sie das Portrait des aus Cahors stammenden Papstes Jean XXII, der als erster Avignon zu seinem festen Domizil wählte, und im heutigen Châteauneuf-du-Pape päpstliche Weinberge anpflanzen und ein neues Château (château neuf) errichten ließ.
Der Wein besteht zum Grossteil aus Grenache, unterstützt von einigen Mourvèdre-Trauben und zeigt eine typisch leichte Farbe, eine feine und elegante Nase, sowie einen saftigen, weichen und geradlinigen Geschmack. Nachdem sie sich im Frühjahr auf einigen internationalen Weinevents präsentiert hat, ist dieses Kind von Châteauneuf geboren im Terroir der Saintes Vièrges (die Heiligen Jungfrauen), delikater Nachbar von La Crau, heute bereit auch Ihrem Gaumen gegenüber zu treten.
Guten Geistes, lädt unsere Päpstin Sie zum Genießen, Trinken und Lachen ein. Ein göttlicher Wein, oder zumindest fast? Dieses Urteil überlassen wir Ihnen selbst...
Im Übrigen freuen wir uns, Sie darüber zu informieren, dass wir gerade weitere 2,5 Hektar Rebgärten in den Lagen La Crau und La Font des Papes in Châteauneuf-du-Pape erworben haben, was unsere Gesamtrebfläche in dieser Appellation auf 3,75 Hektar vergrößert.
Man kann fast nicht anders, als diesen puren Malbec in absoluter Stille zu probieren. Das zuerst etwas diskrete Bouquet öffnet sich nach und nach, als würde der Wein befürchten, unsere Nase zu überfordern. Zuerst Rauch am Horizont, dann Sauerkirschen und stetig wachsende Frucht, Aromen von Heidelbeeren, Cassis und schwarzer Olive. Das Eichenholz zeigt sich diskret und bereichert den Wein lediglich mit etwas gerösteten Haselnüssen und Kakao, um dann rasch dem Pflanzenreich Platz zu machen: Minze, Veilchen...
Jugendlich, aber fein umspielt er die Zunge, überwacht von seriösen und präzisen Tanninen, die den Wein bis zum eleganten und langen Finale begleiten. Ein erlesener Wein von einem großen Jahrgang aus Cahors, sofort zu verkosten, oder in 8 Jahren, oder in 16 Jahren...
Wenn der 2008er nach Meinung des Gault & Millau ein „magischer“ Wein ist, so könnte man den 2009er als „kosmisch“ bezeichnen. Reden wir nicht lange von der Farbe, die genau so schwarz ist, wie es sich für einen puren Malbec-Wein aus Cahors gehört, sondern schauen wir ihm direkt auf die Nase, mit geschlossenen Augen...
Schon jetzt reichhaltig und komplex, bis zum Rand gefüllt mit roten und schwarzen Früchten, schon wieder Veilchen und Minze, aber ebenfalls Zedernholz, weißer Pfeffer und gerösteter Kakao. Schmeichelnd und vollmundig auf der Zunge, mit feinem Tannin, das den Mund mit Samt überzieht, aber auch die für den GC so typische Mineralität und endlos langem Abgang. Ein Ehrengast bei Ihren Festessen der kommenden Jahre.
Weindetails
Herkunft : AOP Cahors Boden und Klima : Die Reben des Château du Cèdre wurzeln in zwei unterschiedlichen Bodentypen. Auf den steinigen Kalk- und Tonböden entstehen geradlinige Weine mit feinem Tannin, während die aluvialen Böden, die aus Ton, Sand und grobem Flusskiesel bestehen, kräftigere und dichtere Weine hervorbringen. Rebsorte : 100% Malbec Vinifikation : Die handgelesenen und -sortierten Trauben warden vollständig entrappt. Währen der 40 Tage Gärung in offenen 500 Liter Holzfässern wird die Maische zur Extraktion der Farbe und der Tannine regelmässig untergestossen. Reifung: Die Malolaktische Gärung wird in den gleichen Fässern durchgeführt. Anschliessend wird der Wein 24 Monate in grossen Fässern gelagert und ohne Schönung und Filtration abgefüllt.